Klinik für Neurologische Intensivmedizin

Unsere Klinik für Neurologische Intensivmedizin ist ab Januar 2018 eine Krankenhausabteilung mit Beatmungsplätzen. Hier werden Patienten mit schwersten Hirnfunktionsstörungen und dadurch schwer gestörter Selbst- und Umweltwahrnehmung aufgenommen. Sie sind meist noch auf maschinelle Atemunterstützung und durchgehend auf eine umfangreiche Überwachung und spezielle aktivierende Therapien angewiesen. 

Das Ziel

Die neurologische und neurorehabilitative Intensivmedizin geht über das herkömmliche intensivmedizinische Stabilisieren des Patienten und Durchführen medizinischer Diagnostik und Therapie hinaus. Hier beginnt so früh wie möglich das aktive multiprofessionelle Fördern des Heilungsprozesses. Das Hauptziel dieser Behandlungsphase ist das „Zurückholen“ des Patienten ins bewusste Leben, um damit die Grundlage für seine aktive Mitarbeit am weiteren Rehabilitationsprozess zu schaffen. 
 

Interdisziplinäre therapeutische Teams

Wir arbeiten mit dem Patienten in einem multiund interdisziplinären therapeutischen Team aus Ärzten, Pflegekräften, einer hohen Anzahl Therapeuten verschiedener Therapiebereiche sowie dem Sozialdienst und der Seelsorge. Aus den Therapiebereichen sind Mitarbeiter der Motorik (Ergo- und Physiotherapeuten, der Physikalischen Therapie), der Sprach- und Musiktherapie und der Neuropsychologie vertreten. Die verschiedenen Fachbereiche wiederum bieten ein breites Spektrum an Spezialisierungen,
gerade auch bezüglich der Frührehabilitation.

Das therapeutische Team hat die Aufgabe, den Allgemeinzustand seines Patienten weiter zu stabilisieren, gegen Früh- und Spätkomplikationen vorzusorgen und die Regeneration des Patienten, angepasst an Allgemeinzustand, Bewusstseinslage, Funktionsstörungen und Ressourcen, zu fördern. Angehörigen bieten wir spezielle ärztliche und therapeutische Beratungen an. Zudem werden sie auf Wunsch aktiv in die rehabilitativen Maßnahmen einbezogen.

Die enge, flexible Zusammenarbeit der Therapiebereiche und das Einbinden der Pflege in den täglichen Ablauf gewährleisten, dass unseren Patienten ein umfangreiches, den neuesten Erkenntnissen der neurowissenschaftlichen Forschung entnommenes, täglich aktualisiertes Therapieprogramm zugutekommt, das ihren jeweiligen individuellen Erfordernissen entspricht. 

Als nicht-responsiver Zustand wird ein Krankheitsbild bezeichnet, bei dem ein Patient nach einer schweren Hirnläsion im Anschluss an eine Phase der Bewusstlosigkeit zeitweise wach zu sein scheint, jedoch nicht in der Lage ist, mit seiner Umgebung bewusst Kontakt aufzunehmen.

Als Zustand mit geringem Bewusstsein (minimal conscious state – MCS) wird ein Zustand schwerer Bewusstseinseinschränkung definiert, bei dem minimale, jedoch klar definierte Evidenz einer Eigen- und Umweltwahrnehmung vorhanden ist.

Multiprofessionelle Therapie

  • Basale Stimulation
  • Vertikalisierung
  • Propriozeptive Stimulation i. R. komplexer motorischer
  • Frühförderung z. T. mit apparativer Unterstützung
  • Orofaciale Stimulation und Dekanülierungsmanagement
  • Multimodale Stimulation
  • Kanülenmanagement und -entwöhnung