Kognitive und emotionale Störungen

Umfassende Diagnostik und Behandlung

Kognitive Störungen sind eine häufige Folge von Erkrankungen oder Verletzungen des Nervensystems. Beispiele für solche Störungen sind Beeinträchtigungen von Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Sprache, räumlich visuelle und konstruktive Funktionen, Gedächtnis, ausführende Funktionen der Verhaltensplanung und Organisation. Auch emotionale Störungen, Verhaltensstörungen und eine Veränderung der Persönlichkeit können mit einer neurologischen Erkrankung einhergehen und den Alltag der Patienten –  z. B. in Schule oder Beruf – erheblich beeinträchtigen.  Das Ziel der neuropsychologischen Therapie ist die Wiederherstellung bzw. Unterstützung geschädigter Hirnfunktionen zur  Wiedererlangung  von gesellschaftlicher Teilhabe (Partizipation) und alltags- bzw. schulisch-beruflich relevanten Aktivitäten. 

In Zusammenarbeit mit universitären Arbeitsgruppen und dem hausinternen Bereich Forschung und Entwicklung werden diagnostische und therapeutische Verfahren fortlaufend evaluiert bzw. neu entwickelt.

Behandlung von Kindern und Jugendlichen

Kognitive oder emotionale Störungen infolge neurologischer Erkrankungen führen bei Kindern oft zu Lern- oder Verhaltensproblemen und beeinflussen so ihre soziale und schulische Entwicklung.  Die psychologische Behandlung ist abhängig vom Entwicklungsstand sowie vom individuellen Störungsbild des Kindes und erfolgt in Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften. Bei Kleinkindern und Kindern im Kindergartenalter steht neben der Diagnostik die Beratung und Unterstützung der Eltern im Vordergrund. Zusätzlich stehen pädagogische Einzel- oder Gruppenförderungen, wie z.B. Psychomotorik, zur Verfügung.

Die psychologische Behandlung von Kindern und Jugendlichen im Schulalter umfasst die Beratung, Förderung oder Therapie bei kognitiven, psychischen oder Verhaltensproblemen. Bei schulischen Schwierigkeiten werden gemeinsam mit der Schule für Kranke Fördermöglichkeiten und Maßnahmen der schulischen Reintegration erarbeitet und bei Bedarf neuropsychologische Therapien durchgeführt. Für seelische Probleme werden Einzel- und Gruppentherapien zur Unterstützung der Krankheitsverarbeitung und des Krankheitsmanagements angeboten. Darüber hinaus können die Kinder und Jugendlichen an Entspannungstrainings und pädagogischen Gruppen teilnehmen. Auch beraten wir bzgl. einer weiterführenden Behandlung oder vermitteln diese. Die Einbeziehung der Eltern ist wichtiger Bestandteil der Diagnostik und Therapie. Für Eltern steht ebenfalls eine persönliche psychologische Begleitung zur Verfügung.
 

Behandlung von Erwachsenen

In der Neurologie und Geriatrie liegen die Schwerpunkte in der Diagnostik und Behandlung von Störungen der Aufmerksamkeit, der Verhaltensplanung und –organisation (exekutive Funktionsstörung), von Gedächtnisstörungen (Amnesien), halbseitigen Vernachlässigungsphänomenen (Neglect) und zentralen visuellen Wahrnehmungsstörungen. Zur Diagnostik gehört auch die Fahreignungsuntersuchung. Zudem bieten wir Entspannungstraining an. 
Die Therapien erfolgen in Einzel- oder Gruppensitzungen und teils auch im Selbsttraining. Gruppentherapien eröffnen den Patienten die Möglichkeit, sich untereinander über  Schwierigkeiten auszutauschen und Lösungsansätze zu erarbeiten. Über dies hinaus bieten wir Patienten und Angehörigen Beratungen an, z. B. zu Fragen der beruflichen Wiedereingliederung, zum Umgang mit der neuentstandenen Situation im familiären, häuslichen und außerhäuslichen Kontext, sowie Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung.
 

Frührehabilitation

Die Aufgaben der Neuropsychologie in der Phase der Frührehabilitation bei teils beatmeten, bewusstseinsgestörten oder –getrübten Patienten beinhalten die Diagnostik von Wachheit, Aufmerksamkeit, verfügbaren Kommunikationskanälen, um die Patienten möglichst frühzeitig zu stimulieren, aktivieren und zu begleiten, bis die Diagnostik und Therapie der Folgephasen der Rehabilitation greift. 

Leistungsspektrum

 

Kinder und Jugendliche

  • Neuropsychologische Diagnostik
  • Abklärung von Entwicklungs-, Lern- und Verhaltensstörungen
  • Neuropsychologische Therapie, z.B. von Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und Exekutiven Störungen
  • Beratung und Therapie bei zerebralen Sehstörungen
  • Computergestütztes Training
  • Beratung der Eltern und Bezugspersonen in Erziehungsfragen und Fördermöglichkeiten
  • Soziales Kompetenztraining
  • Unterstützung bei Krankheitsverarbeitung und Krankheitsmanagement
  • Vorbereitung der schulischen Wiedereingliederung
     

Erwachsene

  • Beurteilung der kognitiven Voraussetzungen bezüglich Berufsfähigkeit, Betreuungsbedürftigkeit und
  • Geschäftsfähigkeit
  • Demenzdiagnostik
  • Untersuchung der Fahrtauglichkeit einschließlich praktischer Fahrerprobung
  • Neuropsychologische Einzelbehandlungen, Gruppentherapien und computergestütztes Training
  • Spezifische Therapieangebote bei  Aufmerksamkeits- und Gedächtnisdefiziten, Gesichtsfelddefekten und Neglect
  • Beratung hinsichtlich beruflicher Wiedereingliederung
  • Angehörigenberatung
  • Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung