Störung des Schluckens, Dysphagie

Die Störung des Schluckvorgangs oder Dysphagie ist eine der häufigsten Folgen einer neurologischen Erkrankung. So leiden ca. 50 % aller Patienten nach einem Schlaganfall in der Akutphase an einer Schluckstörung. Die mit einer Schluckstörung verbundenen Folgen und Komplikationen erfordern eine besonders sorgfältige und effiziente Behandlung. Zum einen besteht eine vitale Bedrohung durch Mangelernährung und aspirationsbedingte Lungenkomplikationen, dem Eindringen von Nahrung in die Atemwege. Zum anderen erfahren die Patienten eine dramatische Reduzierung der Lebensqualität. Die schnelle, effiziente und sichere Diagnostik von Schluckstörungen ist eine unerlässliche Voraussetzung für eine adäquate Behandlung.

Unsere Diagnostik besteht aus drei wesentlichen Bausteinen:

  • Einem Screeningverfahren zum schnellen, zuverlässigen Erkennen von Hochrisikopatienten mit Aspirationsgefahr
  • Der klinischen Dysphagieuntersuchung zur detaillierten Therapieplanung und zur diätetischen Ernährungsanpassung
  • Der Möglichkeit zur indikationsabhängigen instrumentellen Diagnostik mittels Video-Laryngoskopie (zusammen mit einem Internisten im Hause) bzw.  zur Video-Fluorographie (extern)

 

Alle diagnostischen Verfahren werden zur regelmäßigen Verlaufskontrolle wiederholt eingesetzt. Die Therapie von Schluckstörungen ist in unserem Hause an evidenzbasierten Methoden aus der Funktionellen Dysphagietherapie (FDT) orientiert. Abhängig von der Verfassung jedes Patienten kommen unterschiedliche Behandlungsansätze zum Einsatz: stimulierende Verfahren, restituierende Verfahren, kompensatorische Ansätze, adaptierende Verfahren (z. B. Dysphagie-Diät).