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Das Therapiekonzept zur Sprach- und Musiktherapie

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sprachtherapeutischen Abteilung versorgen Patienten mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der musiktherapeutischen Abteilung bieten Patientinnen und Patienten mit neurologischen Störungen ein musiktherapeutisches Angebot.

Bei zentralen Sprachstörungen (sog. Aphasien) ist die Sprache in allen Modalitäten, d.h. beim Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben betroffen, wobei Störungen des Wortabrufes besonders häufig sind. Dadurch ist die Alltagskommunikation mitunter erheblich eingeschränkt. Bei nichtaphasischen zentralen Sprachstörungen liegt ein Defizit der kognitiven und sprachlichen Planung (Exekutive) und des Gedächtnisses vor, so dass Themen nicht zielgerichtet verfolgt werden, Sprecherwechsel nicht eingehalten werden und der Wortsinn verändert ist. Demgegenüber treten bei Störungen der Sprechplanung (Sprechapraxie) und Sprechausführung (Dysarthrie} die Defizite nur in der mündlichen Kommunikation auf, also beim Sprechen selbst. Zudem kann die Stimmfunktion

gemeinsam mit dem Sprechen oder isoliert betroffen sein, was sich in einer rauen/ heiseren/behauchten Stimme zeigt. Schluckstörungen (Dysphagien) behindern das reibungslose Abschlucken von Speisen und Getränken sowie des eigenen Speichels, so dass eine Anpassung der Kostform oder im schwersten Fall eine Trachealkanüle zur Verhinderung des Verschluckens des eigenen Speichels (Speichelaspiration) notwendig werden kann.

Die Sprachtherapie zielt auf die Verbesserung und Wiederherstellung der Funktionen von Sprache, Sprechen, Stimmgebung und Schlucken, und damit auf die kommunikative und aktive Teilhabe der Patientinnen in Alltagsgesprächen und im alltäglichen Leben. Die von uns eigesetzten evidenzbasierte Therapieverfahren werden optimal an die individuellen Störungen und Ziele angepasst.

Die Musiktherapie sucht einerseits die Stimmung der betroffenen Patientinnen und ihrer

Angehörigen zu verbessern, andererseits die sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten der Patientinnen direkt anzuregen und zu fördern. Dabei kommen verschiedenste musische Mittel zum Einsatz, darunter Summen, Gesang, rhythmische Übungen, Hören und Spielen von Instrumenten, und dies entweder mit oder ohne Einsatz von Sprache.

Zunächst durchlaufen die Patientinnen eine spezielle Befundung, um die sprachtherapeutisch relevanten Störungen zu erfassen und bei Indikation die Sprachtherapie entsprechend zu planen, sowie die Eignung/Indikation für ein musiktherapeutisches Angebot zu erheben. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die häufig auftretenden Defizite bei Post-/Long-COVID-Patientlnnen im Alltag gerichtet, darunter Störungen von Sprache und Exekutive.

Stark eingeschränkte Patientinnen werden in Co- oder Einzeltherapie behandelt. Sobald wie möglich wird jedoch in Gruppen geübt, um beim Training mit- und voneinander zu lernen und eine natürliche Kommunikation herzustellen. Zudem wird die Therapiefrequenz durch eigenständiges Selbsttraining (Eigentraining) weiter erhöht, um einen bestmögliches Outcome zu gewährleisten. Des Weiteren bieten wir für weniger eingeschränkte Patientinnen computergestützte Therapie an.